Schachgemeinschaft 1882 Fürth 1 – TSV Cadolzburg 1: 5 : 3

Am Sonntag, dem 18.02.2018, empfingen wir die Mannschaft des TSV Cadolzburg. Wir waren hoch motiviert, ging es doch gegen die Mannschaft, die uns im Vorjahr als einzige eine Niederlage beigebracht hatte. Die Cadolzburger konnten zwar nicht mit der Stammaufstellung antreten, brachten aber doch eine starke Truppe an die Bretter, darunter unseren "Fahnenflüchtigen" Wolfgang Lober. Der Wettkampf verlief in angenehmer Atmosphäre, wobei wir zum ersten Mal die Unterstützung durch unsere Tifosi vermissten.

Zu den einzelnen Partien:

Brett 1: Gunther Hörmann 1 : 0 Dieter Schubert
Schachfreund Hörmann ist ein bekannt starker Spieler, der schon im vorigen Jahr unseren Wolfgang über das Brett zog. Dieter zeigte aber wohl zu viel Respekt und baute sich sehr passiv auf und beließ seine Figuren fast vollzählig auf den Reihen 6 bis 8. Gunther Hörmann baute eine Druckstellung mit viel Raumvorteil auf und "Stockfish" bescheinigte ihm auch einigen, wenn auch nicht entscheidenden Vorteil. Dieter hätte vielleicht mal mit d5 im Zentrum gegenhalten sollen, aber das wollte er wohl nicht. Als im 29. Zug sein Gegner einen verfrühten Durchbruch startete, fand Dieter leider nicht das zum Ausgleich führende 30. ... Sb5 und geriet in eine Verluststellung. Schade!

Brett 2: Wolfgang Heimrath 0,5 : 0,5 Michael Veh-Hölzlein
In einer Spezialvariante der Französischen Partie, erarbeitete sich Wolfagng zielstrebig eine sehr gute Stellung und hätte mit 19. Lxh7 eigentlich den Sack zubinden können, aber er übersah oder unterließ es. Danach wurde die Partie ausgeglichen. Wolfgang opferte einen Läufer für drei Bauern und einen ziemlich nackten gegenerischen König und erhielt so einen leichten Vorteil. Danach wechselte das Schlachtenglück und beide hätten die Partie zwischenzeitlich für sich entscheiden können. Da keiner die gebotenen Chancen nutzte, kam es folgerichtig zum Remis.

Brett 3: Jörg Straschewski 0 : 1 Karl Wittmann
Es kam ein halbslawisches Damengambit aufs Brett, in dem Weiß dankenswerterweise einen Bauergewinn (10. Sxd5) ausließ. Danach knetete Karl die Stellung, bis sie weich genug war und er seinen fünften Punkt (100% !!!) einfahren konnte. Sehr gut!!

Brett 4: Ediz Kocak - : + Jochen Trümpelmann
Ediz hätte auch die Chance gehabt mit 5 aus 5 zu Ruhm und Ehren zu kommen, aber er glänzte durch Abwesenheit, er hatte den Termin vergessen ?!?!? Wie das im Zeitalter der Smartphones einem so jungen Spieler passieren kann, ist mir ein Rätsel. Vielleicht fehlt die Anleitung zum Einspeichern der Termine.

Brett 5: Dieter Metzenroth 0 : 1 Heinz Thiele
Heinz ließ sich, mit unrochiertem König, auf ein Wettrennen der Bauern ein und hatte Glück, dass ihm sein Gegner alles glaubte, anstatt mit 11. Lc4 Vorteil zu erlangen. So gewannn Heinz zwei Bauern und in gewohnt sicherer Manier den Punkt. 4,5 aus 5 kann sich auch sehen lassen, prima!

Brett 6: Stefan Walter 1 : 0 Wolfgang Lober
Stefan spielte wie gewohnt solide und gut, er eroberte einen Bauern bei guter Stellung und führte die Partie ohne seinem Gegener eine echte Chance zu lassen zum Sieg. Stefan ist einfach eine Bank!!

Brett 7: Dr. Tobias Stoll 0,5 : 0,5 Wilfried Schulz
Dr. Stoll spielte das Läuferspiel etwas zahm, so dass sich Schwarz schnell eine vorteilhafte Stellung erspielen konnte. Nachdem Weiß seinen Königsflügel etwas vernachlässigt hatte, sah alles nach einem schnellen Sieg aus, Bauerngewinn und Druckstellung, was will man mehr? Doch dann begann Schwarz nachlässig zu spielen. 20. ... e3 wurde zwar angeschaut, aber nicht intensiv genug und deshalb verworfen, dieser Zug hätte ganz schnell zu einer klaren Gewinnstellung geführt. Aber auch so war die Stellung immer noch ausreichend gut, um locker zu gewinnen. Wenn man aber selbst dann goßzügigste Angebote (26. ... Sxd4) ausschlägt und zum Überfluss noch ein (korrektes!) Opfer "für die Galerie" bringt, dann aber nicht konsequent weiterspielt und in (allerdings nicht leicht zu sehender) Gewinnstellung Remis gibt, muss man sich ernsthaft Gedanken machen, ob man den Platz am Brett nicht einem Würdigeren überlassen und sich nur um die Berichte kümmern sollte.



Mit 40. ... g6 nimmt Schwarz dem weißen Läufer das Feld f5 und er kann nicht mehr helfen, den Bauerndurchbruch nach einem Königsmarsch nach f4 zu verhindern.

Brett 8: Kadir Taskin 0,5 : 0,5 Theodoros Violis
Kadir war seinem Gegner klar überlegen und ließ einfach keine Luft ran, ein souveräner Sieg.

Fazit:
Eine verdiente Revanche.

geschrieben von Wilfried Schulz, 20.02.2018

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