SK Weiden - SG 1882 Fürth 3:5

Zum letzten Spieltag der Regionalliga-Nordost mussten wir zum SK Weiden reisen. Beide Teams konnten sich tabellarisch nicht mehr verbessern
und so ging es darum, den dritten Platz zu halten.

Brett 8: Florian Maier (DWZ 1667) - Philipp Levitskii (DWZ 1612)
Gegen die positionelle Lb5-Variante im Sizilianer ist "Angriff die beste Verteidigung". (George Washington) Stellung nach 11...g7-g5?!


Philipp macht keine Gefangene und ging direkt in die Offensive. Mit exf6 konnte Weiß Vorteil erzielen und den Damentausch nahezu erzwingen,
denn nach Dxf6? (Dxe2 f7 Kxf7 Sxg5 Kf6 Txe2 ist klar besser -1,1) Sxg5 droht Se6, worauf Stockfish mit e5 dxe5 Dg6 die Linie schließen möchte.
Der Vorteil beläuft sich nun bereits auf +2,9 für Weiß.
Weiß spielte hier den zweitbesten Zug. 12.Db5 worauf 12...g4 13.exf6 Dxf6 14.Se5?! (Sg5 sollte geschehen) 0-0-0 15.Sxg4? folgte und Schwarz
hatte nach diesem Fehler die besseren Chancen. Stellung nach 24...Dg6-h5


Weiß verließ sich auf 25.Th1, und war verlassen. Nach 25...Txg3 26.fxg3 De2 musste er die Waffen strecken. 
0:1

Brett 7: Norbert Strobel (DWZ 1950) - Karina Hofmann (DWZ 1594)
Norbert musste sich gegen Habiebs-Way (1...b6) verteidigen. Stellung nach 16.Sg5xe6


Norbert entschließt sich zu einem zweifelhaften Figurenopfer, das Stockfish mit fxe6 Dxe6 De7 Dd7! (Kf7 ist hier der menschliche Zug -3,0) beantworten würde. Nach Dxa8 Kf7 ist die Dame gefangen und auch Te1 Kf7 hat keine Erfolgsaussichten. Schwarz spielte den kräftig aussehenden aber deutlich
schlechteren Zug 17.Dxh2? Kxh2 18.Sxg4 Kg3 19.Sf6 worauf die Stellung nach Sxg7 von Stockfish mit 0,00 bewertet wird.
Norbert spielte stattdessen 19...Sc7 Kd7 20.Sxa8 worauf nach 20...Se4! 21.Kh2 Sxd2 die Materialverteilung zu Gunsten von Schwarz sprach.
Schwarz ließ nichts mehr anbrennen und verwertete die Stellung.
1:1

Brett 4: Dr. Martin Hofmann (DWZ 1973) - Benno Funk (DWZ 1954)
Benno lehnt das Morra-Gambit ab und geriet in einen c3-Sizilianer. Stellung nach 16.Tc1-c7


Weiß steht bereits besser. Nun sollte Benno den angegriffenen Läufer mit Ld7 schützen. Benno zog 16...d5?? und sah nach 17.a3! Db6 18.Txe7 Kf8
19.Txf7 Kxf7 20.Sg5 einen unwiderstehlichen Königsangriff auf sich zurollen. Wenig später war das Schicksal des schwarzen Monarchen besiegelt.
2:1

Brett 2: Christoph Sanner (DWZ 1915) - Niko Rosenboom (DWZ 2109)
Weiß hat die Bird-Eröffnung gespielt (1.f4) und steht seitdem schlechter. Stellung nach 10...Dd8-c7


Weiß sollte hier Sxc6 Dxc6 nebst 0-0 spielen. Stattdessen beging er einen positionellen Fehler mit 11.d4? b6 und versuchte dann mit 12.g4? einen
Angriff zu fahren. Nach 12...a5 zeigte sich jedoch, dass die Diagonale a6-f1 zu einem Gegenangriff führte. Stellung nach 21...c5xd4


Weiß verliert die Kontrolle, denn er kann weder mit dem c-Bauer zurücknehmen (cxd4 Dc2! und Stockfish sagt Matt in 7 Zügen) noch kann
er mit exd4 den Bauer schlagen. (exd4 e3 und der Springer darf sich nicht bewegen, zum Beispiel Sxe4 Tf1 Txf1 Lxh4 Kd1 Lxf1)
Weiß versuchte noch 22.Sxe4 Tf1 23.Txf1 Txf1 24.Kd2 dxe3 25.Kxe3 Df4 26.Kd4 und wurde mit Lc5 matt gesetzt.
2:2

Brett 1: Max Bildt (DWZ 2122) - Alexander Nöckler (DWZ 1881)
Im Skandinavier sind die Vorteile oft klein, aber stetig. Stellung nach 7...Lc8-f5


Max spielte hier die kurze Rochade und der Vorteil verflüchtigt sich auf 0,3 Einheiten.
Stockfish gibt hier für alle Freunde einer dynamischen Eröffnung folgende Variante an: 8.De2 e6 9.0-0-0 b5 10.Lb3 a5 11.a4 b4 12.d5!!


Der Rechner in Weiss spielt hier ein doppeltes Figurenopfer mit bxc3! (bester Zug) dxe6 cxd2 Txd2 Ld6 exf7 Kf8 De5 und Weiß liegt mit 1,0 Punkten im Vorteil. Wer sich diese Variante merken kann, sollte sie also spielen, wobei Abweichungen noch zu berechnen wären.
In der realen Partie einigte man sich nach dem 26. Zug auf Remis.
2,5:2,5

Brett 6: Raimund Kampe(DWZ 1743) - Karl Wittmann (DWZ 2024)
Karl spielt die Mikenas-Variation im Englischen. Stellung nach 37.Lg5-d8


Diese Stellung ist objektiv remis, wenn Karl mit Ke6 Lb6 Kf5 fortsetzt, da Sxc5 (Lxc5 verliert wegen Lh6) mit Le8 beantwortet wird.
Karl spielt hier aber 37...La4?? +5,8 und blufft mit hohem Einsatz. Denn bxa4 b3 Sc3 gewinnt für Weiß einfach.
Karls Gegner nahm das Geschenk nicht an und zog 38.Sd2?? was Ausgleich bedeutete Lh6 39.Kd3?


Der letzte Zug von Weiß war ein Fehler, nur mit Ke2 bleibt die Uhr auf 0,00. Nun konnte Karl mit e4! neuen Druck entfachen und womöglich doch noch gewinnen. Da Ke4 wegen Lxd2 und Sxe4 wegen Lxb3 verliert, kann Weiß hier nur Kc2 spielen, worauf Stockfish nach Lc6 einen Vorteil von 3,1 für Schwarz gibt. Karl spielte aber 39...Lxd2 40.Kxd2 Lxb3 41.Lb6 Lxa2 42.Lxc5 Lxc4 43.Lxb4 a2 44.Lc3 und Remis
3:3

Brett 5: Wolfgang Heimrath (DWZ 2133) - Grigorij Moroz (DWZ 1836)
In der Ungarischen Eröffnung kam mein Gegner nicht zur Entwicklung. Stellung nach 11...Le7-d6


Hier habe ich die folgenden 3 Kandidatenzüge geprüft:
1.Lc5? Lxc5 Sxc7 Ke7 Sxa8 Le6! (Se8? Ld5!) Schwarz steht besser
2.Sb6 Tb8 (cxb6 Txd6 Sxe4 Tdd1 Weiß steht besser) Sxc8 Txc8 Sd2 und Weiß steht minimal besser.
3.Sxf6 gxf6 Sh4 Se7 g4 Le6 diese Zugfolge wurde dann von mir gespielt.
Stellung nach 23.Lb6-c5


Nun sollte Schwarz Ld8 Tf3 b6 Le3 Th8 spielen, da Txf6? wegen Sf5 nicht gewinnt.
Schwarz spielte 23...Sg6? 24.Sxg6 Txh6 25.Le7 und Schwarz hat Zugzwang, da der König und der Läufer keinen sinnvollen Zug haben.
Nach 25...h5 26.f3 hxg4? fxg4 bekam ich einen Freibauer und gewann.
3:4

Brett 3: Narek Gewondow (DWZ 2016) - Rudolf Hlavac (DWZ 1891)
Nareks Gegner spielte ein Art Sveshnikov im Sizilianer. Stellung nach 24...De3?


Nach dem fehlerhaften Zug De3 konnte Narek mit 25.Sd5! kreativ werden. Es folgte 25...Dd4 worauf folgende schöne Variante möglich war:
Se7 Kh8 (Kf8 Dc1) Sc6 Db6 Sxd8 Dxc7 Dxd6 +2,8. Narek tauschte aber zuerst die Dame. 26.Dxd4? worauf Stockfish nur noch +0,3 anzeigt, obwohl Narek sich einen Bauer schnappt. Stellung nach 50...Kc4-b5


Alle Turmendspiele sind remis oder ich weiß dass ich nichts weiß. Nun gewinnt Weiß mit Th6 oder Tf6. Narek zog 51.Te6? und Stockfish zeigt remis an
mit Txa3 Txe5 Kc6 Txh5 Kd6 und die beiden Freibauern auf f und h reichen nicht für den Gewinn. Nareks Gegner spielte aber 51...Ka4? und gab nach
52.Txe5 auf.
3:5

Fazit: Mit diesem Erfolg konnten wir den 3. Platz absichern. Nach den Abgängen von Ediz und Fabian gingen Norbert und ich in die 1. Mannschaft zurück und so konnten wir die Abgänge kompensieren.
9x mussten wir Ersatzspieler stellen, die insgesamt hervorragende 7,5 Punkte erspielen konnten.
Wir gratulieren dem Aufsteiger SK Kelheim der 2,5 Brettpunkte vor Forchheim den sofortigen Wiederaufstieg feiern konnte.

Wolfgang Heimrath

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